Bienen-Seb
Bienen-Seb

Mein erster Schwarm

 

Sa., 5. Juni ein schöner, sonniger Tag und ein Schwarm wurde vom Imkerverein gemeldet. Ich war sehr gespannt (das letzte Mal hatte ich vor über 12 Jahren einen Schwarm gefangen).

 

Der Schwarm war riesig. Er hing in einem Baum in 4-5 Meter Höhe und war nicht kompakt sondern hatte mehrer Zentren. Der Baum bestand aus vielen dünnen Ästen, ungeeignet um eine Leiter anzulehnen oder sich festzuhalten. Außerdem hatte ich viele Zuschauer, da der Schwarm im Garten einer Familie hing, die mit vielen Leuten auf ihrer Terrasse frühstückte.

Schwärmende Bienen sind sehr friedlich. Trotzdem hatte ich großen Respekt und zog mir lange Klamotten, Handschuhe und einen Imkerhut mit Schleier an.

Meine Leiter reichte gerade so. Auf den obersten Sproßen war es jedoch sehr wackelig und ich stellte mich blöd an. Der komplette Schwarm plumpste beim ersten Versuch auf den Boden - eine riesige "Bienenlache" unter dem Baum. Sch....

 

Die Bienen sammelten sich wieder und teilten sich dabei in mehrere Schwärmtrauben auf. Eine große und zwei kleine konnte ich in die Schwarmkiste einschlagen. Diesmal funktionierte es. Die zweite große Traube hing zu weit oben und hätte auch kaum mehr Platz in der Schwarmkiste gehabt. Sie löste sich wenig später auf und flog davon.

Zwischendurch musste ich noch kurz die Hose runterlassen, weil eine Biene mein Bein hoch krabbelte (Merke: Immer die Hose in die Socken stecken!), sie hat mich nicht gestochen!

 

Der Lohn der ganzen Aktion: ich hatte einen schönen, großen Naturschwarm für meine Bienenkiste.

 

Vor Aufregung habe ich nicht daran gedacht Fotos zu machen. Aber ab dem Einlogieren in die Bienenkiste hab ich regelmäßig fotografiert.

Abends logier ich den Schwarm in die Bienenkiste ein. Hier sieht man die letzten Bienen einziehen.
Ein Blick von hinten in die Kiste (Trennschied entnommen) am nächsten Morgen.
Am zweiten Tag.
Nach einer Woche.
Nach drei Wochen. Das Trennschied ist inzwischen fest angebaut.
Nach 6 Wochen öffne ich die Kiste zu ersten Mal - ein toller Anblick! Die Kiste steht auf dem Balkon, das Geschickte daran: sie braucht keinen Ständer sondern kann an´s Geländer gelehnt werden.
Nachts quillt die Kiste über vor Bienen.
Weil die Bienen immer weiter unter dem Trennschied druchbauen, entferne ich das Trennschied und eröffne der Honigraum.
In den abgeschnittenen Waben sieht man den Honig.
Es war allerdings schon Mitte Juli und die Linden gerade verblüht. Die Mittelwände im Honigraum wurden kaum angenommen. Um Honig zu ernten muss ich wohl bis nächsten Sommer warten.
Ende Juli, Varroa Behandlung mit Ameisensäure.
Merkwürdig, anfang November sind immer noch viele Drohnen im Volk. Die Fluglochverengung führte deshalb zu Stau. Ich hab eine Drohnenflucht gebastelt aber das hat nichts gebracht.
Mitte Dezember, Oxalsäurebehandlung. Das große Volk ist enorm geschrumpft. Genügend Vorräte hat es, aber ob die paar Bienen durch den Winter kommen?
Anfang April. Das Volk ist bereits enorm gewachsen, von dem schwachen Wintervolk nichts mehr zu sehen. Ich habe schon Drohnen gesichtet und sollte den Honigraum eröffnen um den Bienen Platz zu geben.
7. April 2011. Der Brutraum ist komplett ausgebaut.
Ich habe das Trennschied entnommen und Oberträgerleisten mit unterschiedlich großen Mittelwänden eingehängt.
Elf Tage später sieht es so aus,
...bzw. so
...und ich habe drei Weiselzellen entdeckt, eine bereits verdeckelt.