Bienen-Seb
Bienen-Seb

Aktuelles

ich hatte für diese Saison eine neue Internetseite geplant mit regelmäßigen Berichten von den Bienenvölkern. Leider dauert das viel länger als gedacht, deshalb hier die neue Rubrik "Aktuelles" zur Überbrückung.

 

 

 

Varroakontrolle

5. August 2020

 

Diese Jahr gibt es angeblich viele Varroamilben (als Grund wird der milde Winter angenommen) und ich kann das bestätigen. Wer noch nicht behandelt bzw. kontrolliert ob behandelt werden muss, sollte das dringen machen!

 

Um die Varroamilben-Situation besser im Blick zu haben, versuche und verwende ich seit ein paar Jahren Varroaböden. Das ist einfacher und zuverlässiger als die Puderzuckerdiagnose (manche raten auch den Varroabefall, das funktioniert eigentlich überhaupt nicht. Wenn man schon Milben oder Schäden an den Bienen sieht ist es eher zu spät). Inzwischen biete ich einen Varroaboden für die Bienenkiste an,

Details hier: Varroaboden

 

Das Varroa-Set gibt es natürlich nach wie vor, hier: Varroa-Set

 

 

 

Feuchtigkeit im Bienenstock

15. Juni 2020

 

Zur Zeit bekomme ich immer wieder Anfragen zu diesem Thema.

 

Im Moment (Mai/Juni 2020) ist witterungsbedingt sehr viel Feuchtigkeit in den Bienenvölkern. Die Bienen haben große Brutnester (und evtl. bauen sie Waben), dafür brauchen sie viel Wärme. Die warme Luft nimmt viel Feuchtigkeit auf (aus Brutnest und vom Nektar) und kondensiert an den kalten Stellen im Bienenstock – den Wänden, den Ecken und je nach Größe des Volkes am Trennschied und im Honigraum. Dabei kann auch Schimmel entstehen. Diese Situation gibt es vor allem bei (nass)kaltem Wetter und gleichzeitig großen Brutnestern (typischerweise im Frühling), unabhängig davon ob das Flugloch klein oder groß ist. Wenn es wärmer und trockener wird nimmt das wieder ab.

Schimmel: kommt meiner Meinung nach phasenweise seit jeher in allen Arten von Bienenbehausungen vor – am wenigsten in kleinen Behausungen die komplett vom Bienenvolk ausgefüllt werden und zusätzlich Feuchtigkeit aufnehmen können (z.B. Bienenkörbe aus Stroh). Dass ein Volk am Schimmel stirbt habe ich noch nicht gehört, die Bienen können mit Schimmel umgehen, er ist nur dort wo sich die Bienen nicht aufhalten. Trotzdem ist das nicht gut und man sollte versuchen die Bedingungen für die Bienen zu verbessern.

Wenn auch bei trockem, warmen Wetter ständig Schimmel und Feuchtigkeit im Bienenstock ist, kann es am Standort liegen. Bienen mögen es gerne trocken und warm (- pralle Sonne nur mit Beschattung!).

 

 

Was man bei zu viel Feuchtigkeit in der Bienenkiste machen kann:

  • Eine Isolierung auf die Bienenkiste legen, dann bleibt mehr Wärme im Brutnest, die Bienen müssen nicht so stark heizen und es bildet sich nicht so viel Kondeswasser.

  • Wenn der Honigraum noch leer ist kann man am Trennschied mit einem zweiten Brett ganz zu machen und die Rückklappe offen lassen. Somit fällt der Honigraum als Kondensationsfläche weg, es kann lüften und evtl. schon vorhandener Schimmel trocknet aus.

  • Falls Wasser in der Bienenkiste steht: die Bienenkiste hinten ein paar Zentimeter höher stellen, dann läuft das Wasser nach vorne heraus (das funktioniert bei einem breiten Flugloch besser als bei einem kleinen).

  • Wenn sich Schimmel bildet: so gut es geht entfernen (kratzen, bürsten, wischen), den Rest machen die Bienen. Wenn das Volk wächst macht es sich den Raum sauber, den es einnimmt.

 

Wenn man der Feuchtigkeit mit einer Lüftung beikommen wollte, dann wäre ein offener Gitterboden (der wird mit diesen Argumenten propagiert) eine Option. Für mich ist das allerdings keine Lösung, weil es den Bienen nicht zusagt, da es kälter ist (damit das Problem eigentlich verstärkt und mehr Futter verbraucht) und weil kalte nasse Luft einen Bienenstock nicht trockener macht. Es hätte den Vorteil, dass kein Wasser auf dem Boden der Beute stehen bleibt, sondern die Kondenswassertropfen direkt durch das Gitter ins Gras fallen. Bei der Bienenkiste ist ein offener Gitterboden besonders ungeeignet, die Öffnung wäre sehr groß, deshalb das Bienenstockklima schwer herzustellen und das Brutnest wäre wegen der flachen Bauweise direkt am offenen Boden. Ein weitere Nachteil ist evtl. die Anregung zu Räuberei, wenn die Nachbarvölker so viel guten Duft abbekommen.

 

Feuchtigkeitsabsorber, sind evtl. eine gute Idee. Das habe ich bisher nur bei Warré Beuten genutzt (da kommt oben auf die Waben ein Kissen mit Sägemehlfüllung). Wenn im Honigraum Platz ist, könnte man dort Material platzieren welches Feuchtigkeit aufnimmt. Das muss man dann regelmäßig austauschen bzw. trocknen, sonst hat man eine nasse, kalte und evtl. sogar schimmelnde Packung im Honigraum. Was ich mir als Material vorstellen kann: Sägemehl, geschrädertes Heu, Katzenstreu, Reis, Salz, Silikatkissen, Dämmstoffe die Wasser aufnehmen (Holzwollen, Hanf, Jute etc.), Luftentfeuchter mit Granulat aus Calciumchlorid-Dihydrat usw.. Das muss natürlich Bienendicht verpackt sein (stabile Baumwolle, Jute, oder eine Art Netzgewebe/Gitter), damit die Bienen es nicht überall verteilen, weil sie es ausräumen wollen.

Wer damit Erfahrungen hat oder demnächst macht, gerne berichten!

 

Viele Grüße, Sebastian